Wien Museum

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TF_Atrium_Wien_MuseumDas frühere "Historische Museum der Stadt Wien" war ursprünglich im Wiener Rathaus untergebracht. Projekte für einen Neubau am Karlsplatz – etwa von Otto Wagner – gab es bereits vor 1914. Errichtet wurde das heutige Museum allerdings erst in den Jahren 1954 bis 1959. Oswald Haerdtl (1899–1959), ein ehemaliger Mitarbeiter von Josef Hoffmann, entwarf diesen ersten Museumsneubau der Zweiten Republik.

Neben der Dauerausstellung zur Geschichte der Stadt werden regelmäßig auch Sonderausstellungen gezeigt. Seit der Überdachung des Innenhofs im Jahr 2000 verfügt das Museum über einen multifunktionalen Raum für Veranstaltungen und ein Café.

Im Jahr 2003 übernahm Wolfgang Kos die Direktion des Museums und führte die Museumsgruppe der Museen der Stadt Wien unter der Marke "Wien Museum" zusammen; das "Historische Museum der Stadt Wien" wurde im Zuge dieser Umgestaltung in "Wien Museum Karlsplatz" umbenannt. Seit 1. Oktober 2015 ist der Kulturwissenschaftler Matti Bunzl Direktor des Wien Museums.

Wichtige Exponate der Sammlung sind archäologische Funde aus dem römischen Legionslager Vindobona, original erhaltene Glasfenster und Plastiken vom Stephansdom, Waffen und Rüstungen aus dem Wiener Bürgerlichen Zeughaus und Objekte aus der sogenannten "Türkenbeute" von 1683.

Das Wien Museum besitzt darüber hinaus zahlreiche Exponate aus dem 19. Jahrhundert, Möbelstücke, Bekleidung und kostbares Kunstgewerbe, ferner die rekonstruierte Wohnung des österreichischen Dichters Franz Grillparzer samt originaler Einrichtung, Werke des Biedermeier – von Ferdinand Waldmüller, Friedrich von Amerling, Josef Danhauser oder Peter Fendi –, des Fin du Siècle – von Gustav Klimt, Egon Schiele und Richard Gerstl – und der Gegenwart.

Zwei große Stadtmodelle verdeutlichen eine heute kaum mehr vorstellbare städtebauliche Zäsur: Wien vor und nach der Schleifung des Glacis und der Errichtung der monumentalen Ringstraßenbauten.

Das Wien Museum betreibt neben dem Museum am Karlsplatz auch die Hermesvilla im Lainzer Tiergarten, Spezialmuseen wie das Pratermuseum, die öffentliche Bibliothek der Modesammlung, das Uhrenmuseum, den Otto Wagner-Pavillon am Karlsplatz, den Otto Wagner-Hofpavillon in Hietzing, Ausgrabungsstätten wie die römischen Ruinen unter dem Hohen Markt, die römischen Baureste Am Hof, das archäologische Grabungsfeld am Michaelerplatz, die Virgilkapelle am Stephansplatz, die Neidhart Fresken in der Tuchlauben sowie mehrere Musikergedenkstätten (Eroicahaus, Heiligenstädter Testament und Pasqualatihaus Beethovens; Haydn-Gedenkstätte mit Brahms-Gedenkraum; Figarohaus Mozarts; Schubert Geburtshaus mit Stifter-Gedenkräumen, Schubert-Sterbewohnung und Strauß-Gedenkstätte).

Während der Umbauphase des Wien Museums am Karlsplatz ab 2019 wurde das MUSA in 1., Felderstraße 6-8 als Standort für die kulturhistorischen Themenausstellungen genutzt. Das rundum erneuerte und erweiterte Wien Museum wurde Ende 2023 eröffnet und bietet einen kostenlosen Zugang zu seiner Dauerausstellung.

Wien Museum
4., Karlsplatz
Tel.: 505 87 47 - 0
LinkWIEN MUSEUM

Literatur: Wilhelm Deutschmann, Hundert Jahre Historisches Museum der Stadt Wien, 1987; Franz Glück, Historisches Museum der Stadt Wien, 1959; Renata Kassal-Mikula, Das neue Atrium des Historischen Museums der Stadt Wien, 2003; Robert Waissenberger, Schausammlung – Historisches Museum der Stadt Wien, 1984.